Bindung kann man nicht trainieren, sie passiert einfach

Wir waren gestern mal wieder mit Bus und Bahn unterwegs und es war recht voll. Da ist mir wieder aufgefallen, wie groß Damons Vertrauen in mich ist. Egal, was die Leute taten, wie nah sie an ihm vorbei gingen oder wie eng es war - er sieht keinen Grund sich da zu verteidigen, um sich zu schnappen oder einfach verwarnend Zähne zu zeigen. Nichts tut er. Einfach, weil er weiß, dass ich ihm helfe, wenn er Hilfe braucht. Und das ist es worauf ich IMMER achte. Ich trainiere diese Situationen nicht indem ich sie künstlich aufsuche, ihm irgendetwas antrainiere und wenn das geschafft ist, damit aufhöre ihn zu beachten. Von Anfang an war es so, dass wir Zug-, Bahn-, Busfahrten und alles was nicht mit Natur zu tun hat nur dann aufsuchten, wenn wir es wirklich tun mussten. Da ich eh kein Freund davon bin (auch ohne Hund) viel im städtischen Bereich umher zu wandern, war das dementsprechend nicht häufig.

In diesen Situationen dann, ließ ich ihn Dinge ansehen, wenn er das wollte, erklärte ihm viel und bot ihm immer Schutz. Ich achtete darauf, dass ihm niemand einfach so zu Nahe kam, er nicht einfach angetatscht wird und ich immer zwischen den lauten Dingen und ihm stehe. Ich hatte ihn im Blick, sodass ich immer reagieren konnte, wenn er Hilfe brauchte. Das sah dann so aus, dass ich zu der Situation etwas Abstand nahm, ganz weg ging oder mich zu ihm kniete und ihn rahmte. Letzteres tat ich zum Beispiel im übervollen Bus. So konnte ich nah bei ihm sein und die Leute traten nicht einfach gegen ihn. Ich bekam dafür irritierte Blicke, aber sowas ist mir schon lange egal 😉

Diese Handhabung hört nun, wo er mir vertraut nicht einfach auf, sie ist in Fleisch und Blut über gegangen und für mich absolut natürlich wie atmen. So konnten wir schon 12Stunden-Zugfahrten, übervolle Berlin-U-Bahnen überstehen und notgedrungen durch Kaufhäuser laufen. Das Vertrauen an mich ist für ihn so groß, dass er all das mit macht, in Betonung, wenn es denn sein muss.

So ist es auch bei Kindern. Damon weiß, dass er mir nur einen Blick zu werfen braucht oder von dem Kind weg gehen kann und ich ihm helfe, wenn es ihm zu viel wird. 

Durch Zuhören passiert Vertrauen und die Bindung stärkt sich.

Bindung ist da, schon wenn man sich entschließt ein Wesen in sein Leben zu holen.

Das sind meine Gedanken dazu und ich lebe es. Es ist für mich kein Training, damit der Hund irgendwann unauffällig nebenher läuft. Das ist nicht meine Art mit anderen Wesen umzugehen und zu leben.

Für mich ist es ganz natürlich, dass ich meinem Freund, den ich in eine ihm fremde Welt hole (die Menschenwelt), zuhöre, Verständnis gebe, ihn schütze und ihn anleite. Und das hört nie auf 

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