[ "Es gibt Hunde, welche uns durch das Leben tragen und es gibt Hunde, welche uns verändern." Maja Nowak ]

Wir werden von Wesen begleitet, die an unserer Seite stehen und uns stützen. Sie gehen mit uns durch alle Phasen und halten uns, fangen uns auf und bringen uns wieder zum Lächeln.

Und dann gibt es die Begleiter, bei denen wir oft denken "Warum?". Sie fordern uns tagtäglich und zwischendurch gibt es Momente, wo sie wiederum einfach nur da sind und sich wohlgrunzend an uns schmiegen.

Mit der Zeit wurde mir bewusst, dass ich natürlich auch solche Wesen bei mir hatte und habe. Tierisch so wie menschlich.

Da waren diese beiden Pferde, die mir als erstes einfallen und die beides vereinten. Die große und wunderschöne starke Diotima, welche als schwierig und eigensinnig galt - irgendwie schaffte ich es, dass wir uns vertrauten. Ich tat bei ihr alles aus dem Bauch heraus, machte sicher auch viele Fehler - ich war ja erst 15/16 und hatte selbst mit Problemen zu kämpfen. Sie war ebenfalls 16 Jahre und kam aus schlechten Verhältnissen. Vorm Satteln hatte sie Angst und legte bereits die Ohren an, wenn man ihn nur in den Händen hielt. Von der Koppel ließ sie sich nur schwer holen. Hufe auskratzen bzw allgemein etwas an den Beinen machen, gefiel ihr gar nicht. Dennoch hatte ich sie unglaublich gern und war so dankbar, dass ich so viel mit ihr erleben durfte. Ohne drüber nachzudenken, war mir bewusst, dass ich ihr stets viel Zeit für alles geben musste und dass ich ihr niemals böse wurde. Es war für mich absolut in Ordnung, dass sie nicht alles mit sich machen ließ und respektierte das. Ich glaube, das merkte auch sie, weshalb sie mir mehr und mehr vertraute.

Ich lernte, dass Sturheit ein Begriff war, den Menschen nutzten um zu erklären, weshalb ein Tier nicht spurte. Dass Aggression ein Hilfeschrei ist und dass Dio mir so viel von meinen innersten Gefühlen zeigte. Bewusst wurde mir all das, als ich nach unserem ersten gemeinsamen Ausritt zum Stall zurückkehrte und die Stallbetreiberin erstaunt meinte, was für ein schönes Bild es war, als wir soeben im langen Schritt ohne Zügelspannung am Paddock entlang kamen. Sie hatte Dio noch nie, auch nicht mit ihrer Besitzerin, so entspannt gesehen. Mein Herz quoll über vor Stolz und hätte mich Dio nicht warnend angesehen, wäre ich ihr wohl um den Hals gefallen, so war es "nur" ein Halskraulen.

Neben Diotima gab es die kleine Lina. Als 1-Jährige lernte ich sie kennen. Sie war das genaue Gegenteil von Dio und mein tragender Begleiter in dieser Zeit. Ich durfte lernen, ein unbedarftes Pferd durch eine ihm fremde Welt zu führen.Wir verbrachten viel Zeit im Wald und den Wiesen rund um den Stall. Es war für mich ganz normal, dass ich mit ihr spazieren ging. Wir verweilten viel auf einer Wiese, gingen durch Dörfer und überwandten ihr unheimliche Dinge.

Diotima forderte mich heraus, sie triggerte meine Fähigkeiten und ich lernte mit anderen zu kooperieren, dass es nicht fair ist, anderen den eigenen Willen aufzuzwingen, über sie zu bestimmen und sie zu verbiegen.

Lina durfte ich führen, ich erlernte es durch sie. Ich gab ihr Halt, übernahm Entscheidungen und bot ihr Unterstützung, wenn es darum ging Angst zu überwinden.

Wenn ich jetzt auf diese Zeit zurückblicke, führten mich diese beiden Pferde bereits an meinen heutigen Weg heran. Nachdem sie wegzogen, vergaß ich diese Fähigkeiten. Ich setzte mir andere Prioritäten und verschwand in der Anpassung.

Bis dieser neue Begleiter auftauchte. Damon fordert mich und trägt mich. Er weiß, dass ich bereit bin zur Veränderung und drückt genau die Knöpfe, die es ermöglichen. So auf die "Probleme" zu schauen, die wir haben, hilft mir ungemein, damit umzugehen. Sie lassen mich nicht mehr verzweifeln. Sie geben mir die Chance etwas anders zu machen. Und Damon gibt mir stets ehrlich Resonanz ob ich auf dem richtigen Weg bin.

Schaut genau hin. Habt/hattet ihr auch solche Begleiter? Wenn ihr mal wieder den Kopf in den Sand stecken wollt, weil euer Hund nicht so will wie ihr. Versucht daran zu denken, dass er euch helfen möchte, etwas zu verändern. Dass ihr bereit dazu seid und er an eurer Seite steht.

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