Vertrauen

Soeben sind wir wieder heim gekommen von einer wahnsinnig schönen Runde. Wir hatten uns mit einem für Damon unbekannten Hund getroffen und ich war doch etwas nervös, warum auch immer. Und wie Damon so ist, zeigte er mir dies indem er auf dem Weg zum Treffpunkt von einem Baum zum nächsten zog und simple Menschen als höchst besorgniserregend empfand. Erst als wir dann unsere „Zielpersonen“ erblickten, änderte sich unser Befinden schlagartig. Wohl eher meins. Ich war sofort tiefenentspannt und freute mich auf den Spaziergang. Damon ließ sich darauf ein und war wieder der Hund, den ich jetzt brauchte. Wir gingen zunächst ein Stück mit angeleinten Hunden nebeneinander her. Als sich alles beruhigt hatte, gaben wir die zwei Kasper frei und ich hatte eigentlich erwartet, dass Damon den sofortigen Turbo vom kleinen Odin stoppen würde. Nein, er rannte sogar vorne weg und nahm seine Energie erst einmal auf und beide liefen ganz wunderbar über die Wiesen. Nach ein paar Minuten fingen sie dann an über ein paar Ressourcen zu verhandeln, Damon war äußerst gnädig und überließ Odin dann doch einige Schätze. Auch bei Hundebegegnungen hatten wir Glück und konnten tolle Dinge beobachten. Wir trafen zum Beispiel eine junge Xoloitzcuintle-Podenco Hündin und eine kleine Malteser Hündin. Sehr passend, da wir uns gerade über die Temperamente bei Hunden unterhielten und erstere Hündin nun dasselbe Temperament hatte wie Odin, sehr extrovertiert und flink. Beide zündeten also die Raketen und spielten los. Damon kam dazu, schnüffelte kurz, wurde beknutscht von der Hündin und ging dann aber zu der kleinen Malteserdame, die diese Annäherung mit einem Schnappen quittierte. So hatten wir da jedes Temperament vertreten: die zwei Extros, die umher sausten, die kleine Introvertierte, die an einer Stelle blieb, schnupperte und nur darauf wartete, dass es endlich weiter ging, und einen pulsierenden Hund, der zwischen beiden Temperamenten wechselte. Momentan fand er die ruhige Gesellschaft der kleinen Maus angenehmer und lockte sie so auch aus ihrem Schneckenhäuschen, denn sie schnupperte dann auch vorsichtig an ihm. Wenig später versuchte er aber auch mal mit der anderen Hündin zu spielen, die jedoch schnell wieder zu Odin wechselte, dem langsam die Puste ausging. So gingen wir dann weiter.

Insgesamt waren wir 2,5 Stunden unterwegs und meine vorsichtshalber eingesteckte Schleppleine war absolut nicht von Nöten. Obwohl ich mich mit den beiden Menschen unterhielt, hatte ich nicht einmal das Gefühl mental von Damon loszulassen. Wir waren ständig in Verbindung und ich habe ihm voll vertraut. Am Ende als es dann wieder hieß ‚an die Leine‘, gab er mir sogar einen freudigen Kuss und der Tag war perfekt. Nun habe ich hier einen todmüden Hund und einen stinkenden Knochen. So eine tolle Entdeckung musste mit und Damon trug ihn auch den ganzen Weg nach Hause.

Mein Schlusswort also: Wenn man die Kontrolle endlich aufgibt, kann man das wunderbare Gefühl von Vertrauen erleben.

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