Veränderung

Im April 2014 wohnte ich seit einem Monat in meiner eigenen Wohnung und ich hatte mich entschieden mir nun endlich meinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen. Ein Hund durfte in mein Leben treten. Nach langer Recherche, vielen Informationen über Futter und Kostenanalyse war ich bereit. Also klapperte ich die örtlichen Tierheime ab, schließlich hatte ich keine Rasse im Sinn. Ich hatte zwar von klein auf mit Huskies zu tun und mir war klar, irgendwann sollte es so einer werden, aber jetzt hatte ich nicht das Gefühl, ich wäre bereit für einen (was sich im Nachhinein als Blödsinn herausstellte, schließlich sind es auch nur Hunde und keine Monster). Durch einen Zufall sah ich in der Stadt einen bunten Hütehund. Ich kannte die Rasse nicht und machte mich im Internet schlau, worauf es ‚Australian Shepherd‘ ausspuckte. Intelligent, sportlich und durchaus nicht ganz einfach. Es war kein Muss, aber wenn mir so einer über den Weg liefe, würde ich nicht nein sagen. Also sah ich mich weiter um, ich muss zugeben, auch bei ebay Kleinanzeigen. Entgegen meiner Erwartung, tauchte eine Anzeige über einen jungen Huskyrüden auf. Ich stockte. 'Nein, du hattest dich entschlossen, keinen Husky zu nehmen.‘ sagte ich zu mir selbst. Ich schaute weiter. Jedoch, ein paar Tage später, war da wieder diese Anzeige über den Husky. 'Es kann ja nicht schaden, mal rein zu sehen.' Ich klickte darauf. Es stand nicht viel darin und dennoch tippten meine Finger automatisch die angegebene Telefonnummer. Dann ging alles sehr schnell; er bräuchte eine Ganztagsbetreuung, wenn er allein ist, heult er – kein Problem. Er sucht sich seine Leute aus, ist nicht ganz einfach, er ist auch unterfordert bei uns – auch das winkte ich ab, kein Problem. Also verabredeten wir uns für den nächsten Tag. Als ich auflegte, hätte ich mich ohrfeigen können; mein Plan stand und zwar für einen Hund, der allein bleiben konnte. Wie sollte das jetzt gehen? Aber diese Gedanken rückten wieder in den Hintergrund, als ich an den nächsten Tag dachte. Irgendwie schaukel ich das schon.

Und so stand ich am nächsten Tag vor dem Haus meines hoffentlich zukünftigen Begleiters. Aus der Haustür heraus trat ein neugieriger freundlicher Hund, der mich ausgiebig beschnupperte, dann jedoch anderen Schnüffeleien nachging. Wir gingen eine kleine Runde und unterhielten uns, ich sagte jedoch nicht viel, da ich meine Augen nicht von diesem Hund wenden konnte. Ich erinnere mich, wie selbstbewusst und entspannt er seines Weges ging, hier und da schnupperte, mal in die Ferne blickte und vorne absolut kein Problem hatte, wenn neue Reize auftauchten.

Schließlich gaben sie mir die Leine in die Hand und meinten, ich solle einfach mal ein Stück allein mit ihm gehen. Für ihn war das gar kein Thema, er kam mit mir mit und wir liefen ein Stück. Als ich wieder umdrehte, sprach ich ihn freundlich an und er folgte mir freudig zurück. Nach diesen vielleicht 30 Minuten war es um mich geschehen. Keine Zweifel mehr, kein ‚wie soll das gehen?‘, nein, es ging, er zeigte mir, dass er bereit war und ich war es ebenso. Bereit für ein gemeinsames Entdecken und Vertrauen.

Meine Veränderung heißt ‚Damon‘, zu diesem Zeitpunkt gerade ein Jahr alt.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0